Sonntag, 18. April 2010

Ist "Heidi" nur geklaut?

Eingestellt von Falballa um Sonntag, April 18, 2010

Wir alle kennen die Geschichten um Heidi, einige haben später die diversen Verfilmungen gesehen. Und jetzt, in der Sendung "Kulturplatz" ist die Rede von einer Ur-Heidi und einem vergessenen Autoren.
Es wurde zuerst lange überlegt, ob die Geschichte um Heidi echt oder doch nur fiktiv sei. Forschungen wurden betrieben, und man glaubte sogar, Autorin Johanna Spyri hätte selbst etwas mit der Geschichte zu tun - doch beweisen konnte man es nie. So bleibt sie ein ausgedachte Gestalt.

Nun kommt aber alles ganz anders. Peter Büttner, Germanist, hat in Frankfurt in der Universitätsbibliothek ein Werk mit dem Namen «Adelaide, das Mädchen vom Alpengebirge» von Hermann Adam von Kamp gefunden. Der Titel verspricht schon Ähnlichkeit, das dachte sich auch Büttner.

Büttner: "Adelaide ist ein Kind, das beim Grossvater auf der Alp lebt, dann die Heimat verlassen muss, in der Fremde Heimweh bekommt und wieder zurückkehrt. Hier finde sich bereits die Handlungsstruktur von «Heidis Lehr- und Wanderjahre»"

Es handle sich trotz alledem nicht um ein Plagiat, sagt Büttner. Die Geschichten könnten wohl als Vorlage genutzt worden sein, sind aber nicht abeschrieben, betont er. Er nennt es eher Intertextualität, und ist sich der Schwierigkeit im Umgang mit diesem Begriff, gerade in der Literatur bewusst.

Trotz Prüfung aller Gemeinsamkeiten, gäbe es letztlich nur wenige Übereinstimmungen und nur eine eindeutige:

Adleide: «O, behalte du es lieber, sprach Adelaide. Ich gehe ja noch nicht kaufen. Und du gibst mir ja so viel. Hast mir noch neulich ein hübsches Mieder und ein Lämmchen gegeben. Behalte du nur das schöne Geld! – Nun ja, sprach der Grossvater, ich will's dir verwahren, bis du gross bist, und kaufen gehst.»

Heidi: «Ich brauch' es gewiss nicht, Grossvater, versicherte Heidi [. . .]. – Nimm's, nimm's und leg's in den Schrank, du wirst's schon einmal brauchen können.»

Da aber ansonsten von Übereinstimmungen nicht wirklich geredet werden kann, macht es den Anschein, als hätte die Sendung "Kulturplatz" der Sendung wegen Plagiatsvorwürfe in den Raum geschmissen.

Der ganze Artikel auf nzz.ch
 

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