"Nach dem Krieg waren die Ressourcen knapp und der Bedarf an neuer Literatur groß. Das brachte Ernst Rowohlt auf die Idee, Romane im Rotationsverfahren auf Zeitungspapier zu drucken. Rowohlts Rotations Romane nannte der Verleger die Buchreihe, aus der wenig später das erste moderne Taschenbuch (rororo) entstehen sollte. Am Donnerstag (17. Juni) wird es 60 Jahre alt."
Rowohlt hatte immer die Idee, dass ein Buch nicht mehr kosten darf als der Stundenlohn eines deutschen Arbeiters, so sagt es Uwe Naumann vom heutigen Rowohlt Verlag. Er ist ein Urgestein des Verlages und der älteste Lektor. Neben bekannten Autoren hat er sic vor allem mit der Geschichte des Hauses beschäftigt.
«Bücher für ein Massenpublikum zu drucken, war die Idee des Altverlegers Ernst Rowohlt», sagt er. «Doch die Initialzündung für das moderne Taschenbuch gab sein Sohn: Heinrich Ledig-Rowohlt.» Während einer Reise in die USA sei er auf die dort sehr beliebten «pocket books» gestoßen. Zurück in Deutschland überzeugte er seinen Vater, die großformatigen «Rotations Romane» im kleineren Format herauszugeben und folglich «Taschenbücher» zu nennen.
Und am 17. Juni 1950 war es dann so weit, die ersten Bändchen erschienen:
Falladas "Kleiner Mann - was nun?"
Graham Greenes "Am Abgrund des Lebens"
Kiplings "Dschungelbuch"
Tucholskys "Schloß Gripsholm"
Diese Bücher kosteten damals 1,50 Mark, denn trotz des neuen Formats wurden sie im alten Rotationsverfahren auf Zeitungspapier gedruckt und nur von einem Leinenband gehalten. Die erste Auflage waren 50 000 Stück pro Buch - doch das reichte nicht lange aus, denn die Menschen waren begeistert und nach nur vier Monaten wurden bereits mehr als eine halbe Millionen Exemplare verkauft.
1951 ließen sich die beiden Verleger etwas besonderes einfallen: Zu dem Zeitpunkt waren beriets 2 Millionen Exemplare verkauft und so hat man sich überlegt die "Literarische Lebensrate" zu verschenken. Das bedeutete, dass sie in 50 Exemplaren des Buches "Der traum Phillipps II" von Edgar Maas das Wort König durch rororo ersetzen. Wer diese Exemplare kaufte, hatte gewonnen und bekam sein lebenlang jedes erscheinende Taschenbuch kostenlos nach Hause geschickt.
Danach wurden die rororo Bücher zu einem Renner und sie waren nicht mehr aufzuhalten. Wer mehr lesen möchte, klickt HIER.
























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