Dienstag, 1. Juni 2010

Persson als Ermittler

Eingestellt von Falballa um Dienstag, Juni 01, 2010
Der Roman von Leif GW Persson scheint mehr ein Krimi, als ein Bericht über ein tatsächliches Verbrechen. Doch hinter dem Roman steckt mehr als man denkt.

1986 wurde der schwedische Ministerpräsident Olof Palme erschossen und sein Tod galt bisher als nicht geklärt. Es kam im Laufe der Ermittlungen zu vielen Ungereimtheiten.

"Die Polizeiermittlungen starteten schleppend und müssen sich seitdem den Vorwurf gefallen lassen, schlampig gewesen zu sein. Polizei und schwedischer Geheimdienst stritten um die Zuständigkeit, Zeugenaussagen wurden nicht ernsthaft weiterverfolgt, die Patronen wurden statt von der Polizei von Passanten entdeckt, ja, selbst der damalige Polizeichef verwickelte sich in Widersprüche. Bald schon kursierten die unterschiedlichsten Theorien. Von der Verwicklung der PKK war die Rede, über eine Verschwörung rechtsextremer Mitarbeiter des schwedischen Geheimdienstes bis hin zum Apartheidregime in Südafrika, das den Mord in Auftrag gegeben habe. Doch keine Spur stellte sich als die richtige heraus."

Es gab sogar mal einen Verdächtigen, der aber Mangels beweisen frei gelassen werden musste. Persson hat sich jetzt daran gemacht, die Geschichte aufzuarbeiten. Er selbst ist Medienexperte, Professor für Kriminologie und politischer Sicherheitsberater - ein Mann der sich auskennt. Auf 800 Seiten beschreibt er nun, wie er sich mit dem Fall beschäftigt hat, und was geschehen ist - ein Mord in dem ganzen Buch - und es kommt keine Langeweile auf.

Und auch der neue Polizeichef lässt über 20 Jahre nach dem Mord die Akten, Beweise und Zeugenaussagen erneut prüfen - und sie machen tatsächlich neue Entdeckungen. Und so wie es scheint, ist der Täter aus den eigenen Reihen.

Das hört sich doch mal nach einem Roman an. Hat ihn schon jemand gelesen? Ich werde ihn mir zulegen!

 

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