"Die Anne-Frank-Stiftung hat einen Roman einer britischen Autorin kritisiert, in dem das junge jüdische Mädchen in seinem Hinterhausversteck Sex hat. "Das ist geschmacklos, es fehlen einem die Worte", sagte eine Sprecherin der Stiftung in Amsterdam. "Das sieht sehr nach Sensationshascherei unter Missbrauch des Namens von Anne Frank aus." Die Stiftung reagierte damit auf die Ankündigung des Buches "Annexed" der britisch-asiatischen Autorin Sharon Dogar."
Anne Frank wird eine sexuelle Beziehung mit dem ca. drei Jahre älteren Peter van Pels nachgesagt. Gemeinsam mit der Familie Frank hat er in einem Versteck gelebt. Insgesamt haben dort acht Juden Unterschlupf gefunden in der Zeit von 1942 bis 1944.
Grundlage sind die Tagebücher. Denn in diesen berichtet Anne Frank, dass sich sich in Peter verliebt habe. Hinweise auf eine sexuelle Beziehung gibt es allerdings keine. "Es ist ein schönes, offenherziges und reines Tagebuch." - sagt die Sprecherin der Anne-Frank-Stiftung. Auch Anne Franks Neffe, Buddy Elias und einziger lebender Verwandter, kritisiert den Roman.
"Anne war nicht das Kind, als das sie in diesem Buch dargestellt wird", sagte er der Londoner "Sunday Times". "Ich glaube auch nicht, dass ihr schreckliches Schicksal für eine fiktive Geschichte verwendet werden sollte."
Das Buch heißt "Annexed" und wurde vom britischen Andersen Press Verlag veröffentlicht. Inhaltlich geht der Roman wohl über die Gefangenschaft der versteckten Juden hinaus (sie wurden 1944 entdeckt und festgenommen). Erzählt wird auch von Peters Schicksal im Konzentrationslager in Ausschwitz. Nur einer der festgenommen hat das Konzentrationslager überlegt, Anne Franks Vater Otto Frank. Unter dem Titel "Das Hinterhaus" hat er später die Aufzeichnung seiner Tochter veröffentlicht und hat so weltweit auf dieses Schicksal aufmerksam gemacht.
























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