Montag, 7. Juni 2010

Vampire erobern den Markt

Eingestellt von Falballa um Montag, Juni 07, 2010
Es scheint so, als seinen Vampire auf dem Vormarsch, zumindest wenn man im Buchhandel mal genau hinschaut. Schon in den letzten Jahren konnte man sehen, dass Vampire wiederkehren und an Popularität gewinnen, und spätestens seit der Twilight-Saga und True Blood und The Vampire Diaries ist keiner mehr vor ihnen sicher, sie haben ihren Weg in die Gesellschaft gefunden.

Buchreport hat einmal nachgeforscht, welche Bücher allein 2010 unter dem Thema Vampir veröffentlich werden:



  • Pünktlich zum Filmstart von „Eclipse – Bis(s) zum Abendrot“ bringt Carlsen das Buch zum Film. Außerdem schöpft der Verlag weitere Verwertungsstufen aus: Ebenfalls im Juli kommt der erste Band der Comic-Adaption von „Bis(s) zum Morgengrauen“, im Herbst folgt dann die komplette Roman-Reihe im Taschenbuch-Schuber; die Hardcover-Boxen wurden bereits 150000-mal verkauft.
  • Gemessen an den Auftritten auf der SPIEGEL-Bestsellerliste reicht bisher die „House of Night“-Serie des Autoren-Duos P.C. und Kristin Cast noch am ehesten an den Erfolg der „Bis(s)“-Reihe heran: Die Romane erscheinen unter dem Label FJB, dem neuen Fantasy-Programm von S. Fischer. Nach den Erfolgen von „Gezeichnet“ (500000 verkaufte Exemplare, Platz 1) und „Betrogen“ erscheinen im August und November Band 3 („Erwählt“) und Band 4 („Ungezähmt“) der Reihe. Ein Ende ist nicht in Sicht: Band 5 bis 7 liegen bereits im Original vor und erscheinen auf Deutsch im nächsten Jahr (Februar, Mai und August).
  • Ebenfalls auf der Bestsellerliste vertreten, wenn auch nicht ganz so hoch gesetzt, sind die bei Page & Turner erschienenen Titel der „Evermore“-Serie, die zwar streng genommen keine Vampirgeschichte ist, aber zweifellos auf die
    Meyer-Leserschaft abzielt. Kurzfristig ins Programm genommen hat Page & Turner jetzt Band 4 „Das Schattenland“ (erscheint im August). Übrigens setzt sich auch hier verlagsübergreifendes Crossmarketing durch: Piper bewirbt etwa Siri Lindbergs „Nachtlilien“ als „High Fantasy für alle Fans der ‚Evermore-Saga‘“.
  • Andere Verlage profilieren sich durch Abgrenzung, etwa Droemer/Knaur in der Vorschau des Jugend-Fantasy-Imprints Pan, wo die beiden neuen Bände der „Mitternachtszirkus“-Reihe (Juli und September) mit einem Zitat aus der „Süddeutschen Zeitung“ als „sympathischer als die gelackten Twilight-Schnösel“ geadelt werden. Bissig geht es auch im Knaur-Programm zu mit „Judastöchter“ von Bestseller-Autor Markus Heitz im Dezember.
  • Neben Neuerscheinungen und Paperback-Originalausgaben bei Verlagen, die bereits Bestseller-Autoren mit Vampirbüchern im Programm haben (z.B. Heyne mit Tanja Heitmanns „Nachtglanz“ oder Penhaligon mit Jeaniene Frosts „Nachtjägerin“),KiWi („Die Radleys“) oder Aufbau („Dracula my love“) vor. wagen sich auch von Vampirblut bisher eher unbeleckte Verlage wie etwa
  • Nahezu alle Taschenbuch-Verlage haben Titel im Programm, die unter „Dark Romance“ oder „Romantic Fantasy“ laufen. Egmont bestreitet sein Lyx-Programm nahezu ausschließlich mit allen möglichen Untoten.
  • Niederschlag finden Vampire auch im Sachbuch, unter anderem bei Residenz, Tropen, Brandstätter und dem Unionsverlag.
 Ich selbst kenne viele, die momentan total in die Welt der Vampire abtauchen, ein Phänomen, das sich für mich nicht erklären lässt.

 

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