Das Buch "Das Andere Kind" von Charlotte Link habe ich vor ein paar Tagen fertig gelesen und will euch nun erzählen, auf welche Reise mich Charlotte Link geführt hat.
Erstmal der Klappentext:
Eine alte Farm
im Norden Englands.
Eine einsame Landschaft.
Ein düsteres Geheimnis
aus vergangener Zeit.
Mit tödlichen Folgen für die Gegenwart.
Genau dieser Klappentext war für mich der Grund das Buch zu kaufen. Ich bin sonst kein großer Krimi-Leser, aber das klang irgendwie schon sehr spannend.
Der erste Satz:
SAMSTAG, 19. DEZEMBER. "Sie wusste, dass sie so schnell wie möglich verschwinden musste."
So fängt das Buch auch schon mal eindeutig an und nach dem Lesen ist er auch zentral für das ganze Buch. Das Buch ist aus mehreren Perspektiven geschrrieben, die jeweils auch nur ihr Wissen haben. Am Anfang ist die Geschichte sehr verworren, weil man keine Ahnung hat, wie die Leute alle in Verbindung stehen und dann geschieht bereits zu Beginn ein Mord und alles scheint so undurchsichtig.
Ich habe einige Zeit gebraucht um auf die Reihe zu bekommen, wer mit wem wann, und wieso. Und im Verlauf des Buches musste man auch immer wieder überlegen, was zum wem gehört. ALso wirklich ein Buch zum aufpassen. Aber es hat auch deutlich mehr zu bieten. Wer gerne miträt und rätselt, ist hier genau richtig, denn von den 667 Seiten heißt es mindestens auf 500 Seiten mitraten.
Bald nach dem ersten Mord gibt es einen zweiten, der auf den ersten Blick nichts mit dem zweiten zu tun hat, bis - ja bis man dran erinnert wird wer Dave Tanner ist. Der hat in dem Buch eine zentrale Rolle und kann in Verbindung mit beiden Morden gebracht werden, denn er kannte beide Personen. Aber, immer wieder zweifelt man dran, dass er es wirklich war, denn auch die anderen Personen im Buch hätten Motive. Jeder Personen hat auch ihre eigene Geschichte, geprägt von diversen Schicksalschlägen. Man bekommt unheimlich viele Informationen und einen tiefen Einblick in die Leben der Protagonisten. Charlotte Link schafft es, die Personen gekonnt in Szene zu setzen und zeigt, dass manchmal Kleinigkeiten aus einem anderen Blickwinkel ganz anders scheinen und das alles was wir tun Konsequenzen hat - genauer: Eben auch was wir nicht tun. Das Buch handelt vor allem von einer Geschichte des zweiten Mordopfers. Die Geschichte schwebt wie eine dunkle Wolke über das ganze Buch und wird immer spannender, denn der Leser bekommt sie nur Häppchenweise, während einige Protagonisten sie schon ganz kennen. Die Geschichte kommt nur ans Tageslicht, weil die Tote Emails an einen anderen Teilnehmer der Szenerie geschrieben hat, die her per Zufall gefunden werden. Die Geschichte die sich dahinter verbirgt ist schrecklich und grausam, und es schmerzt jedem das Herz wenn man sie Stück für Stück liest. Man will eigentlich nicht weiter lesen, weil man ahnt, dass sich in der Vergangenheit eine schreckliche Geschichte abgespielt hat, die vielleicht durch jugendliche Naivität zu entschuldigen ist, aber menschlich und moralisch nicht zu verzeihen ist.
Die ganze Geschichte um den Mord an der zweiten Person Fiona Barnes wird immer absurder, aber ein Täter scheint gefunden, und jedes Alibi das er gibt, erweist sich als falsch. Für den ersten Mord findet man offensichtlich einen zweiten Täter und nicht den gleichen, wie zuerst vermutet. Doch auch diese Gewissheit wird immer wieder verworfen und man ist sich nicht sicher, ob die Geschichte so wirklich stimmt. Alle Einzelgeschichten, die im Buch begonnen haben, werden zum Ende hin abgeschlossen, auf die ein oder andere Weise und aber die Geschichte aus der Vergangenheit nimmt eine ganz andere Wendung als erwartet. Und man weiß nicht, ob dieser Ausgang vielleicht schlimmer ist, als das was man erwartet. Allerdings muss ich sagen, dass mich dieser Ausgang enttäuscht hat, denn ich hatte mit einer bestimmten Situation gerechnet, ein bestimmtes Bild im Kopf und diese Vorstellung wurde einfach nicht einmal Ansatzweise erfüllt. Ab dem Zeitpunkt war es für mich auch schwer das Buch weiterzulesen, denn ich dachte hier liegt der Schlüssel zur Geschichte. Ich habe aber weitergelesen, denn es gab noch einen Mord aufzuklären, und es musste jemand sein, von dem es Niemand erwartet. Und so kam es auch. Und es gibt noch einen Mord, und noch mehrere mögliche. Die ganze Situation scheint noch zu eskalieren und Freundschaft ist nicht immer was man denkt, und manchmal sollte man eben genauer hinschauen.
Die Situation wird schließlich aufgelöst und es gibt 3 Morde im Buch und der jeweilige Täter wird gefunden. Man beendet das Buch mit einer bedrückenden Stimmung, weil man sich selbst fragt, ob die Menschen in der eigenen engem Umgebung wirklich sind, was sie vorgeben, oder ob es vielleicht sinnvoll wäre etwas genauer hinzuschauen. Vielleicht macht man mit den Dingen die man tut, oder eben lässt ein anderes Leben zu einer Qual. Man sollte viel öfter den Mut haben sich etwas zu trauen und über die eigenen Grenzen zu schauen und über sich hinauswachsen und allem voran Verantwortung übernehmen.
Also, ob ich es jetzt gut finde oder schlecht kann ich gar nicht so genau sagen. Über lange Strecken war es ausgesprochen spannend und unglaublich gut, ABER ... für mich persönlich war das Ende und die Entwicklung eben nicht Befriedigend. Vielleicht habe ich mir aber auch einfach zuviele Dinge vorgestellt. Ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen, wenn jemand eine spannende Geschichte lesen möchte, bei der man mitraten kann.
Bildquelle
2012 - To be continued... #2
Vor 33 Minuten
























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