Donnerstag, 1. Juli 2010

Gedicht

Eingestellt von Falballa um Donnerstag, Juli 01, 2010
Also, ich werde jetzt hier regelmäßigen Abständen Gedichte hier posten. Ohne Interpretation oder ähnliches. Es würde mich aber freuen, wenn ihr eure Meinung zu den Werken postet würde. Die Gedichte sind nicht von mir. Sofern der Autor bekannt ist, werde ich ihn dazu schreiben, vielleicht auch noch ein paar Infos zum Autor.

Fangen wir mal an. Dieses Gedicht habe ich irgendwann mal im Internet gefunden, habe es gelesen und konnte einfach nichts sagen. Es hat mich geschockt, bewegt und berührt...


Selbstmord

Vielleicht lieber morgen...
Auf einem gelben Stück Papier, grün lieniertem,
schrieb er ein Gedicht.
Und er nannte es "Chops"
denn das war der Name seines Hundes
und nur darum ging es.
Und sein Lehrer gab ihm eine Eins,
und einen goldenen Stern.
Und seine Mutter klebte es an die Küchentür
und las es seinen Tanten vor.
Das war das JAhr, als alle Kinder
mit Father Tracy in den Zoo fuhren.
Und sie sangen im Bus.
Und seine Schwester kam auf die Welt,
mit winzigen Zehennägeln und kahl.
Und seine Eltern küssten sich oft.
Und das Mädchen um die Ecke schickte im
eine Valentiskarte mit vielen X-en.
Und er fragte seine Vater, was die X-e bedeuteten
und sein Vater brachte ihn am Abend ins Bett
und war immer da, um das zu tun.

Auf einem weißen Stück Papier, blau liniert,

schrieb er ein Gedicht.
Un er nannte es "Herbst",
denn es war gerade Herbst
und darum ging es.
Und sein Lehrer gab ihm eine Eins,
und sagt, er solle präziser schreiben.
Und seine Mutter klebte es nicht an die Küchentür,
denn die war frisch gestrichen.
Und die anderen sagten ihm,
das Father Tracy Zigaretten rauchte
und sie in der Kirchen fallen lies.
Und manchmal brannten sie Löcher in die Bänke.
Das war das Jahr, als seine Schwester eine Brille bekam,
mit diken Gläsern und schwarzem Gestell.
Und das Mädchen um die Ecke lachte ihn aus,
als er mit ihr auf den Weihnachtsmann warte wollte.
Und die andeten sagten ihm,
warum seine Eltern sich oft küssten.
Und sein Vater bracht ihn abends nicht mehr ins Bett
und sein Vater wurde wütend,
als er in weinend darum bat.

Auf einem Blatt in seinem Notizbuch,

schrieb er ein Gedicht.
Un er nannte es "Unschuld": Eine Frage,
denn das die Frage, die seine Freundin betraf.
Und sein Lehrer gab ihm eine Eins,
und sah ihn lange und seltsam an.
Und seine Mutter klebte es nicht an die Küchentür,
denn er zeigte es ihr nicht.
Das war das Jahr als Father Tracy starb
und er vergaß, wie das Glaubensbekenntnis ging.
Und er erwischte seine Schwester,
wie sie hinterm Haus herumknutschte.
Und seine Eltern küssten sich nicht mehr,
und schwiegen sich an.
Und das Mädchen um die Ecke trug zuviel Make-up,
sodass er husten musste, wenn er sie küsste.
Aber er tat es trotzdem,
weil es das war, was man halt tat.
Und drei Uhr morgens brachte er sich ins Bett,
während sein Vater nebenan schnarchte.

Auf einer braunen Papiertüte

versuchte er sich an einem Gedicht,
und nannte es "Absolut nichts",
denn nur darum ging es wirklich.
Und er verpasste sich eine Eins
und einen Schnitt ins Handgelenk.
Und er klebte es an die Badezimmertür,
denn er glaubte nicht, dass er es noch
bis zur Küche schaffen würde...



Ich bin mal auf eure Meinung gespannt. Wie findet ihr das Gedicht?
 

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