Der Nobelpreisträger Wole Soyinka sagt:
»Unsere politischen Eliten sind meist ungebildet, wie sollen die eine Kultur des Buches fördern?« meint etwas bitter Afrikas erster Literaturnobelpreisträger, Wole Soyinka. Afrikas Jugend finde, wenn es um Bildung gehe, kaum Vorbilder bei den Herrschenden; hinzu komme die »Seichtheit elektronischer Medien«. Der 76-Jährige, als kämpferischer Autor berühmt geworden, der für seine Überzeugungen auch ins Gefängnis ging, strahlte auf der größten internationalen Buchmesse Afrikas in Kapstadt nicht unbedingt Optimismus aus.
Trotz der Nobelpreisträger und anderer namenhafter Autoren konnte wohl nur wenige Veranstaltungen als voll bezeichnet werden. Tutu sagt, dass für ihn die Comics einen wichtigen Stellenwert haben, denn für ihn waren sie wie ein Schlüssel zur Literatur. »Comics haben für mich den großen Durst nach Literatur geweckt. Ich konnte mich von Bildergeschichten zu Shakespeare steigern«.
Ein anderes Problem:
Mehr Förderung für Fußball als für Alphabetisierung
Doch nirgendwo sind die Hürden für die Buchkultur höher, die Widerstände größer als in Afrika. Das geschriebene Wort hat in afrikanischen Kulturen erst spät an Bedeutung gewonnen; moderne Medien bieten auch harte Konkurrenz. »Für Bücher ist in Zeiten von Twitter und SMS wenig Raum«, brachte Juergen Boos, Chef der Frankfurter Buchmesse, die die Messe in Kapstadt mitveranstaltet, das Problem auf den Punkt. Er beklagte zudem die Diskrepanz zwischen der Förderung unzähliger Fußball-Initiativen, nochmals angeheizt durch die WM, und den spärlichen Geldern für Lesekultur und Bildung - und das in armen Ländern, die mit dem Analphabetismus ringen. Dabei steht Südafrika auf dem Kontinent noch gut da. Immerhin vier Prozent, also zwei Millionen Südafrikaner, lesen regelmäßig Bücher.
Ein Südafrikanischer Verlag und die Kindrerechtsorganisation "Save the Children" haben sich an ein Projekt gewagt,: Sie verschenken zehn Exemplare von "Metz und Bop" an Kinder aus Townships, zum Weiterverkauf. Umgerechnet kriegt man dafür 2 Euro. Mit diesem Projekt versucht man gleich zwei Dinge auf einmal: Den Geschäftssinn stärken und die Lesekultur ankurbeln.
























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