So, bei 'Geheimnisse der Literatur' handelt es sich um mein erstes eigenes Projekt. In hoffentlich regelmäßigen Abständen werde ich Fragen rund um das Thema Literatur beantworten. Dabei kann es um Begriffe und Phänomene gehen. Es wird einfache und schwierigere Fragen. Vielleicht sind einige Antworten auch schon bekannt, andere habt ihr noch nie gehört. Ich hoffe, euch gefällt was ihr lest. Und wenn ihr wollt, könnt ihr mitmachen, dazu aber mehr am Ende. Jetzt erst einmal zu den 'Geheimnissen der Literatur':
Was ist Literatur?
Schaut man im Internet, findet man viele unterschiedliche Definitionen. Doch welche ist die Richtige?
Der Begriff Literatur kommt aus dem lateinischen und bedeutet ‚das Geschrieben’ oder ‚Schrift’. Doch der Begriff ist ja noch sehr allgemein und umfasst eigentlich nicht das, was wir heute eigentlich unter Literatur verstehen.
Anscheinend gibt es aber zwei Definitionen, eine ‚Alte’ und eine ‚Neue’. Die müssen wir getrennt voneinander betrachten.
Grundsätzlich heißt Literatur nach der ‚Alten’ Definition: Ein Schriftstück, das ein Autor/eine Autorin nach bestimmten ästhetischen Regeln verfasst hat.
Dabei war es wichtig, dass Form, Inhalt, ja selbst der Umfang, diesen Regeln entsprach. Die Qualität eines Werkes wurde danach festgelegt, wie sehr ein Werk den Regeln entsprach. Ob es sie also einhielt, oder nicht. Die Regeln waren klar festgelegt in einer ‚Poetik’ (=Die Lehre von der Dichtkunst). Die wichtigste Poetik die es gab, war früher die des Aristoteles und die Dichtkunst des Römers Horaz. Beide Namen hat man sicherlich schon einmal gehört. In den beiden Poetiken findet man aber nicht nur Regeln zum richtigen Schreiben von Literatur, sondern auch die Ziele von Literatur waren klar vorgegeben. Es gab drei wichtige Ziele: Für Aristoteles waren Mimesis – die Nachahmung und Katharsis – die Reinigung wichtig, während Horaz auf podesse – nützen und delectare – erfreuen wert gelegt hat. Das erste Buch für die Deutsche Sprache war das ‚Buch der Poeterey’ von Martin Opitz und wurde 1624 veröffentlicht. Das Buch orientiert sich an den antiken Regeln. Im 18. Jahrhundert änderte sich die Situation und Gotthold Ephraim Lessing veröffentlichte Texte, die aus diesen Regeln ausbrauchen. Ende dieses Jahrhunderts kamen die Stürmern und Dränger und lehnten gar jede Regel ab. Die grundsätzliche Idee, Werke nach ihrer Qualität einzuschätzen, und vor allem danach, wie sehr sie sich an den Regeln orientierte, hielt trotzdem noch lange an. Erst in den letzten 50 Jahren hat sich das geändert.
Deswegen kam es zu einer neuen Definition, die ist simpel und beantwortet alles auf einmal: Alles, was geschrieben ist, ist Literatur.
Sicherlich mag damit nicht jeder einverstanden sein, aber de facto, ist das die aktuelle Definition. (Die ich sogar während meines Germanistik Studiums gelernt habe.)
Nach welchem Kriterium hat Stephenie Meyer ihren Twilight Figuren Namen gegeben?
Eine interessante Frage. Denn, hat sie sich wirklich viel bei den Namen gedacht, oder hat sie diese eher nach dem Zufallsprinzip ausgewählt?
Ja, sie hat sich über die Namen Gedanken gemacht. Es war ihr sehr wichtig, dass die Namen die Figur beschreiben und ein dazu beitragen, dass der Charakter ein bestimmtes Bild in den Köpfen der Menschen bildet.
Für Edward zum Beispiel hat sie nach einem Namen gesucht, der einmal als ‚romantisch’ galt, der aber seit Jahrzehnten an Beliebtheit verloren hatte. Dabei gab es zwei Charaktere die sie schließlich zu dem Namen Edward geführt haben: Mr. Rochester (Charlotte Bronte) und Mr. Ferreras (Jane Austen). Für die weibliche Hauptrolle brauchte sie länger und die Suche war zuweilen schwierig, denn kein Name den sie aussuchte, erschien ihr zu passen. Nachdem sie aber sehr viel Zeit mit dem Charakter verbracht hat, und die Figur schon liebte wie eine Tochter, war schließlich kein Name mehr gut genug. Schließlich entschied sie sich, der Figur den Namen zu geben, den sie sich immer für ihre Tochter aufbewahrt hatte, die sie aber nie bekommen hatte. Der Name lautete Isabella! So haben Edward und Bella ihre Namen bekommen. Für den Rest hat sie viel Recherche Arbeit betrieben, und hat sich mit Namen aus früherer zeit beschäftigt. Oft hat sie auch geschaut, welche Namen besonders beliebt waren, in den Jahren als ihre Figuren geboren worden. Rosalie hieß zuerst ‚Carol’ und Jasper war zu Beginn ein ‚Ronald’. Die Namen gefielen ihr ausgesprochen gut. Für Ronald hat sie sich letztlich aber nicht entschieden und hat weiter gesucht. Sie hat in Konföderiertenarmee Listen durch und stolperte häufig über die Namen Jasper und Whitlock, allerdings nie zusammen. Auf den Namen Cullen kam sie, weil er häufig auf Grabsteinen aus dem 17. Jahrhundert zu finden ist.
Allein die Suche nach den richtigen Namen war anscheinend viel Arbeit. Und ich glaube, wenn man sie findet, weiß man sofort, dass es die richtigen sind.
Wie viel Wörter hat die Deutsche Sprache?
Das ist wahrlich eine schwierige Frage, denn täglich kommen neue hinzu, und andere verschwinden fast gänzlich. Wie soll man die Wörter also zählen?
Oft beginnt die Suche in einem Wörterbuch der deutschen Sprache. Auf dem Umschlag lässt sich meist schon sehen, wie viele Wörter das Buch umfasst. Die Frage, die eigentlich gestellt werden müsste ist, wie groß ist der Wortschatz des Deutschen insgesamt? Wer hier eine Antwort sucht, wird wohl schnell enttäuscht werden, denn eine exakte Zahl gibt es nicht. In unserer Zeit werden fast täglich Wörter aus anderen Sprachen übernommen, oder Wörter ganz einfach zusammen getan und bilden plötzlich ein Neues. Es gibt beobachtbare Schwankungen im Wortschatz, aber sie lassen sich eingrenzen. Es gibt Schätzungen zur Größe des Wortschatzes. Im Deutschen soll es laut diesen Schätzungen rund 300.000 – 500.000 Wörter geben.
Und wie kann man mitmachen? Ganz einfach: Du hast auch noch Fragen? Irgendetwas, was du immer schon mal wissen wolltest? Dann schick mir die Frage, und wenn alles klappt, wird sie schon bald beantwortet und im Blog gezeigt.
Du hast eine interessante Entdeckung gemacht zum Thema Literatur, oder eine Antwort auf eine Frage, die bestimmt viele interessiert, dann her damit!
Schick dazu einfach deine Frage oder deinen Beitrag
an Literaturgeheimnis@googlemail.com
Ich freue mich über alle Einsendungen, und hoffe, ihr habt etwas dazu gelernt. Die nächsten Fragen werden schon bald beantwortet.
Danke an Alexandra die mir bei der Namenssuche für das Projekt geholfen hat!
Für die antworten habe ich auf folgenden Seiten Informationen gefunden:
Quelle1 + Quelle2 + Quelle3 + Quelle 4
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