Donnerstag, 12. August 2010

Lesen ist mehr als Bücherkonsum #1

Eingestellt von Falballa um Donnerstag, August 12, 2010
"Lesen ist mehr als Bücherkonsum", sagte einmal Johann Wolfgang von Goethe. In einer Reihe von Beiträgen möchte ich jetzt das Thema Lesen einmal genauer unter die Lupe nehmen. Mit mehreren Einträgen werden wir "Lesen" von verschiedenen Standpunkten aus betrachten.

Beginnen wollen wir mit einem aktuellen Beitrag vom boersenblatt. Veröffentlicht wurde der Beitrag am 10.08 und präsentiert die Ergebnisse einer aktuellen KidsVerbraucherAnalyse.

Herausgefunden haben sie, dass Kinder durchschnittlich 23 Euro Taschengeld bekommen, wenn sie sechs bis 13 Jahre alt sind. Das ist aber nur ein Punkt: Auch festgestellt wurde, dass bei Mädchen das Lesen an siebter Stelle der Lieblings-Freizeitbeschäftigungen steht. Bei Jungs schafft es das Leben nicht auf die ersten zehn Plätze. Der siebte Platz bei den Mädchen heißt, dass 39 % Lesen.

Das heißt aber nicht, dass grundsätzlich wenig gelesen wird. Im Gegenteil: 95% der befragten Kinder haben angegeben, dass sie regelmäßig lesen - Zeitschriften und Bücher. In diese diesjährige Befragung wuden 44 Kinderzeitschriften eingebunden, die insgesamt auf 4,35 Millionen Leser kommen - das sind stolze 70,2 % aller sechs- bis 13-Jährigen.

Aber, ist es wirklich so, dass Frauen mehr Lesen als Männer?

Auch die Taz hat sich im Rahmen der Frankfurter Buchmesse einmal mit dem Thema beschäftigt. Dort geht man sogar soweit, dass die Buchbranche ohne die Frauen gar nicht existieren würde. Ohne Frauen, würde es vielleicht sogar die Buchmesse gar nicht geben.

Von der Stiftung Lesen in Mainz spricht auch Christoph Schäfer mit der taz und sagt: Frauen lesen mehr als Männer. Natürlich spielt auch das Alter eine Rolle, denn zwischen 25 und 60 sind es wohl hauptsächlich Frauen die in ihrer Freizeit lesen. Das soll auch eine Studie der Stiftung ergeben haben. Die Studie lief unter den Namen: Leseverhalten in Deutschland" und hat einige Dinge herausgefunden:
- Männer lese vor allem zum Ende ihres Studiums
- Männer lesen überwiegend Sachbücher
- Männer lesen Romane nur wenn sie einen politischen, wirtschaftlichen oder geschichtlichen Hintergrund haben

Auch eine Buchhänderlin aus Hessen bestätigt dies: "Hauptsächlich Bücher, mit denen man noch etwas lernt oder die zumindest spannend sind, wecken bei Männern Interesse." - Wenn Frauen sich an Sachbücher wagen, dann sind es meisten die Bereiche Psychologie, Erziehung und Wellness. 


Frauen begeistern sich in der Regel aber eher für Romane. Der britische Schriftsteller Ian McEwan sagt es drastischer: "Wenn Frauen nicht mehr lesen, ist der Roman tot." Und Experten nach könnte er damit gar nicht so falsch liegen.

In der Öffentlichkeit steht in Deutschland vor allem eine Frau für den Roman: Elke Heidenreich. Auch ihre monatliche Sendung "Lesen!" im ZDF wird überwiegend von Frauen gesehen. Die Romane, die Frau Heidenreich vorschlägt, sind die Bücher, die nach der Sendung auf den Bestsellerlisten erscheinen. Frauen greifen aus anderen Gründen als Männer zum Roman. Die "Lesen"-Studie weist aus: Frauen lesen überwiegend, um sich zu entspannen oder unterhalten zu werden. Zwei Drittel der Frauen nannten dies als Grund für ihre Lektüre. Nur ein Drittel liest aus dem Wunsch heraus, sich zu informieren. Bei Männern ist dieses Verhältnis genau umgekehrt. Männer lesen, um informiert zu werden.

Und auch in der Geschichte zeigt sich, dass Frauen mehr Romane lesen. Bereits im 18. Jahrhundert haben Frauen zu Romanen gegriffen und die Männerwelt in Angst und Schrecken versetzt, denn diese glaubten, Frauen würden durch die Gefühlswelt in den Romanen gerade zu verführt. 


Heute ist das Leseverhalten bereits im Jugendalter unterschiedlich: Jugen haben großes Interesse an technischen Dingen, vor allem an Computern. Mädchen hingegen beschäftigen sich noch gerne mit Büchern. Das Leseverhalten scheint sich aber grundsätzlich ein bisschen zu wandeln. 


Frauen lesen mehr Sachbücher, darin will ein Vertreter der Stiftung Lesen sogar einen Trend sehen. Der Grund dafür ist aber simpel: Frauen nehmen mehr und mehr führende Poitionen in der Arbeitswelt ein und interessieren sich Karriere und Weiterbildung. 


Heißt das aber, dass Frauen grundsätzlich mehr lesen als Männer?


Mehr aus der Reihe 'Lesen' gibt es es am Samstag Nachmittag!


Quelle

1 Kommentare:

Alexandra on 13. August 2010 09:20 hat gesagt…

Ja, ich denke da haben sie nicht mal soooo unrecht. Denn auch in meinem Umkreis sind es vor allem die Frauen die lesen. Gut, mein Mann liest auch viel, klar mehr Sach- und Fachliteratur aber Romanen ist er absolut nicht abgeneigt!

Aber das Frauen mehr lesen kommt vielleicht einfach auch daher das vor allem Hausfrauen und Mütter einfach auch mal Zeit haben sich hin zu setzen und ein paar Seiten zu lesen. Was Männer, die ja meist immer arbeiten, eben nicht haben. Und nach nem Tag am PC haben die meisten halt nicht auch noch Bock am Abend zu lesen. Ich kann mir vorstellen dass das Gefälle sich verschieben würde, wenn Frau haupsächlich arbeitet und die Männer als Hausmann und Vater ihren Tag verbringen. Gut, sie würden wahrscheinlich immer noch nicht mehr Beletristik lesen *gg* Aber mehr lesen würden sich sicher... denk ich ;)

 

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