Mittwoch, 11. August 2010

Schluss mit dem gedrucktem Buch

Eingestellt von Falballa um Mittwoch, August 11, 2010
Das E-Book wird tendenziell immernoch als Gefahr für das Buch gesehen, für mich nicht. Aber, manche verabschieden sich eben vom geschrieben Buch, so jetzt auch ein amerikanischer Buchverlag. Der Dorchester Verlag wird zukünftig nur noch auf Bedarf drucken und sich auf den Verkauf von E-Books konzentrieren. Das haben schon andere versucht, sie sind jetzt aber die Vorreiter.

Jeder muss es einfach annehmen, dass E-Book ist neben das geschriebene Buch getreten und existiert nebenher. Auch die Verkaufszahlen von Amazon zeigen die deutliche Präsenz des E-Books und seine Zukunft in der Branche. Es ist eben einfach da.

Diese Entwicklung hat jetzt auch der Dorchester Publishing Verlag mitbekommen und reagiert darauf. Der Verlag wurde 1971 gegründet und bezeichnet sich selbst als ältester unabhängiger Taschenbuchverlag in Amerika. Bekannt wurde der Verlag vor allem für Liebesromane. Außerdem haben sie alte Krimis mit auffallenden Covern neu aufgelegt.

Doch das letzte Jahr war alles andere als erfolgreich: Der Verlag hat Verluste geschrieben, im stationären Handel. Den Grund dafür weiß der Verlag anscheinend auch, denn sie sehen, dass in Geschäften immer weniger Platz für Bücher ist, vor allem die Kette Wal-Mart hat den Platz stark reduziert. Jetzt hat der Dorchester Publishing seine Jahreszahlen präsentiert und auch das neue Modell: Rückzug vom Printmarkt.

Das E-Book Geschäft sei erheblich gewachsen und voraussichtlich wird der Markt im nächsten Jahr noch wachsen. Es heißt sogar, in fünf Jahren wird das E-Book das gedruckte Buch weitesgehend verdrängt haben, so zumindest sagt Nicolas Negroponte, Gründer des Media Lab am renommierten Massachussetts Institute of Technology (MIT).

Jetzt gibt es unterschiedliche Meinung dazu, warum der Verlag sich so etwas traut. Einige sagen es ist eine Pionierleistung, sie sind die Vorreiter. Andere finden den Schritt mutig. Aber, de facto ist es auch der letzte Strohhalm, denn fünf Jahre hätte der Verlag mit seinem jetzige Geschäftsmodell wahrscheinlich nicht mehr überlebt. Die Hoffnung ist jetzt, dass die Einsparungen die durch den Druck und den Lähnen eingespart werden, zumindest eine Besserung bringen.

Aber es wird auch auf ein weiteres Problem angesprochen: Vielleicht ist gar nicht jeder Autor damit einverstanden, wenn sein Buch nur elektronisch erscheint.

Und so wirkt es wie ein Sicherheitsnetz, dass der Verlag zeitgleich mit seinem Abschied vom stationären Buchhandel eine Print-on-Demand-Kooperation eingegangen ist. Das Ausdrucken nach Bedarf war einst ein Weg, Möchtegern-Schriftstellern den Traum vom eigenen Buch zu ermöglichen. Dorchester versucht so offenbar, seine Clubmitglieder milde zu stimmen. Und auch für Einzelkäufer sollen weiterhin die Pressen angeworfen werden.

Erstmal ist der Dorchester Verlag jetzt ein Vorbild und das 'Wall Street Journal' vermutet, dass bald schon Kelinverläge diesem Modell folgen könnten.

Was meint ihr? Wird das E-Book wirklich so eine Macht bekommen? In 5 Jahren kaum noch Bücher zu lesen? Was passiert dann mit den ganzen schönen Buchhandlungen?

3 Kommentare:

Michael Petrikowski on 12. August 2010 11:41 hat gesagt…

Als die ersten Computer auf den Markt kamen, wurde behauptet, Papier würde in Zukunft überflüssig, da man alles im Computer speichern kann. Der Umsatz von Papier hat sich dann verzehnfacht.
Als das Internet kam, wurde behauptet, Bücher würden in Zukunft überflüssig, denn man würde dort alle Informationen finden. Einer der größten Händler im Internet wurde ein Buchhändler, der mehr Bücher verkauft als jemals ein Buchhändler zuvor.
Bücher wird es immer geben, solange es Menschen gibt, die Bücher lieben. Das hat nichts mit dem Text zu tun, denn ein Buch ist ein Kunstwerk, das man nicht nur sehen, sondern auch spüren und riechen muss.
Wenn eine Apfelpille erfunden wird, wird auch niemand behaupten, dass es in Zukunft keine Äpfel mehr gibt.

Alexandra on 12. August 2010 13:46 hat gesagt…

Ich glaube nicht das dies das Aus ist für die Bücher, es wird vielleicht einen Hypoe geben, und ja, sie werden sicher nebenher ihre Daseinsberechtigung haben, aber verschwinden werden sie sicher nicht. Denn sind wir mal ehrlich, so wie ich Bücher liebe, sie gerne in Händen halte, rieche und lese, gibt es noch viele andere!! Sicher ist so ein Reader praktisch... Die Arrgumente kann ich verstehen und akzeptieren aber für mich ist das was totes. Mir kommt sowas auf alle Fälle nicht ins Haus, ich brauche Bücher und solange es noch viele von uns gibt, und das sind doch noch einige, wird das Buch keinen Untergang erleben.

Falballa on 12. August 2010 15:25 hat gesagt…

Ich sehe das genauso wie ihr zwei. Ich liebe es Bücher zu besitzen, in einer Buchhandlung darin rumzublättern, und sie in meinen Regalen zu sehen.

 

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