Freitag, 8. Juli 2011

[News] Liebesromane schade der weiblichen Psyche

Eingestellt von Falballa um Freitag, Juli 08, 2011
Ich muss ja gestehen, ich lese liebendgern Liebesromane. Und ich glaube, dass viele Frauen des öfteren diese herzzereissenden Schmöcker zur Hand nehmen und mitfieber, ob sie denn wirklich ihre große Liebe findet.

Jetzt habe ich gerade auf ka-news einen Artikel gelesen, in dem die Tv-Psychologin und Autorin Susan Quiliam sagt, dass eben diese Romane psychische Probleme bei Frauen auslösen können. Ich kopiere jetzt einmal den Artikel, und bin gespannt, was die Frauen, dazu zu sagen haben.

London (dpa) - Er nahm sie in seine männlichen Arme und beugte sich mit seinen Lippen zu den ihrigen» - solche und ähnliche Sätze können für Frauen nach Ansicht einer bekannten britischen Psychologin psychische Folgen haben.

Liebesromane vermittelten Frauen oft ein unrealistisches und idealisiertes Bild von Beziehungen, schreibt die TV-Psychologin und Autorin Susan Quilliam in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift «The Journal of Family Planning and Reproductive Health Care». «Ich vertrete die These, dass viele der Probleme, denen wir in unseren Kliniken und Therapieräumen begegnen, von romantischer Fiktion beeinflusst sind», heißt es bei Quilliam.
Zwar habe sich das Genre in den vergangenen Jahren verändert und vermittle mittlerweile meist ein selbstbewussteres Frauenbild als zum Beispiel in den 1970er Jahren. Es gebe aber immer noch einen starken Hang zu Realitätsflucht, Perfektionismus und Idealisierung. Da Beziehungen in der Realität aber nie perfekt und meist harte Arbeit seien, sei ein gebrochenes Herz programmiert.
Ein weiteres Problem sieht Quilliam in der Darstellung von Sex in romantischer Literatur. Sie zitiert eine Studie, derzufolge nur einer von zehn Liebesromanen das Benutzen von Kondomen beschreibt - und auch dann meist nur mit dem Hinweis darauf, dass die Heldin auf ein Kondom verzichte, um ihrem Angebeteten «näher» zu sein. «Solche Botschaften sind das Gegenteil von dem, was wir fördern wollen», schreibt Quilliam mit Blick auf geschützten Geschlechtsverkehr und Familienplanung.

Also, ich kann mir vorstellen, dass es Menschen gibt, die - wenn sie eh schon angeschlagen sind - in dieser Traumwelt verschwinden, aber auf die normalo Frau, trifft das wohl eher zu. Und warum sollte man nicht von der Lovestory im eigenen Leben träumen?

Was meint ihr dazu?

3 Kommentare:

Friedelchen on 8. Juli 2011 12:16 hat gesagt…

Ich habe sehr oft den Eindruck, dass viel TV-Psychologen nur Mist erzählen.
Sicherlich gibt es einige Frauen, die dank solcher Bücher Beziehungsprobleme haben, aber das liegt nicht an den Büchern, diese Frauen werden auch vorher schon psychisch vorbelastet gewesen sein.
Aber eine normale Frau kann durchaus zwischen Liebesschmalz im Buch und realer Beziehung unterscheiden. Sonst wären bestimmt fast alle Frauen gestört, schließlich liest doch jede von uns mal ein bisschen Schnulz, oder? :-)

Falballa on 8. Juli 2011 12:26 hat gesagt…

Das sehe ich eben genauso..... ich hoffe, die Dame will mit dieser Behauptung lediglich Aufmerksamkeit!

C. on 11. Juli 2011 09:29 hat gesagt…

Stellenweise gehe ich mit der Dame konform. Es stimmt doch, dass viele Liebesschmöker ein stark idealisiertes Liebesverhältnis präsentieren.

Gerade als Mann habe ich manchmal den Eindruck, dass einige Frauen am liebsten die perfekte Beziehung wie im Liebesroman hätten oder auch den Mann mit der rauen Schale kennenlernen wollen, die sie aufbrechen, um das weiche Innere hervorzubringen.
Generell ist dagegen sicherlich nichts einzuwenden; zu träumen, zu hoffen, zu wünschen.

Aber wie oft ist es mir im Bekanntenkreis schon begegnet: Der Kerl mit der rauen Schale hat auch ein rauses Inneres, aber die Frau hofft, ihn "einfach nur mit ihrer Liebe" bessern zu können. *augenroll* ... Oder die Vorstellung einer perfekten Buchromanze; im realen Leben gar nicht möglich, denn ein Autor schafft sich seine eigene fiktive Welt und hat genügend Zeit, jede romantische Geste zu durchdenken. Im realen Leben haben wir das nicht. Wir können nicht zwei Tage über einer Kussszene brüten, um zu überlegen, welcher letzte Satz, welche Geste oder welcher Lippenwinkel am besten passt: Wir müssen uns jetzt küssen!

Mit der Grundthese der Psychologin stimme ich überein, aber ihrer "cum hoc ergo propter hoc"-Folgerung widerspreche ich. Denn demnach müssten Krimis eine Verbrechenswelle auslösen, Thriller psychisch labil machen und Kinderbücher infantiles Verhalten fördern.
Im Schlussatz also: Nett nachgedacht, aber eben nicht zu Ende.

Gerade, wenn man sich mit Romanliteratur beschäftigt, keine gute Eigenschaft; Dinge unbeendet zu lassen. Meine Leser würden mir sowas nicht verzeihen. ;)

 

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